Walzprofil aus Stahl unter Druck nach SIA 263

Die Norm bestimmt, welche Eingaben erscheinen und wie jeder Wert ermittelt wird.

Bauteil

Werkstoffkennwerte, gemeinsam für alle Nachweise. Der Querschnitt ist nicht gemeinsam: Die SIA 263 klassiert ihn anhand der Schnittgrössen; er gehört deshalb zu jedem Nachweis und erscheint dort.

Über diesen Nachweis

Ziffern, Berechnungsbeispiel und Fragen

Weist ein Walzprofil (I oder H) oder einen anderen üblichen Querschnittstyp unter zentrischer Normalkraft im Grenzzustand der Tragsicherheit nach SIA 263:2013 nach: Querschnittsklasse, Knicken um beide Achsen mit jeweils eigener Knickspannungskurve, Querschnittswiderstand und Grenzschlankheit. Jeder Schritt zeigt seine Formel und die Ziffer der Norm, aus der er stammt.

Was nachgewiesen wird

Was Sie eingeben und was Sie erhalten

Sie geben fy,k und fu,k aus Tabelle 1 Ihres Exemplars der SIA 263 für die Stahlsorte und die Blechdicke ein, E (Ziffer 3.2.2.1), den Querschnittstyp und seine Abmessungen h, b, tw, tf und r sowie die Stablänge l. Die Knicklängen ergeben sich aus den Lagerungsbedingungen und der Anzahl gleichmässig verteilter Zwischenhalterungen um jede Achse oder werden direkt eingegeben. Sie geben ausserdem die Neigung α, NEd als Betrag, γM1 und γM2 (Ziffer 4.1.3), allfällige abzuziehende Löcher oder Öffnungen und die Kategorie des Stabs an.

Sie erhalten jeden Zwischenwert mit seiner Ziffer, die massgebende Achse, die Ausnutzung jedes Nachweises mit erfüllt oder nicht erfüllt sowie eine massstäbliche Zeichnung des Querschnitts. Mit dem Basic-Abonnement lässt sich die Berechnung als A4-Berechnungsbericht drucken.

Annahmen und Grenzen

Berechnungsbeispiel

Ein Walzprofil I oder H mit h = 171 mm, b = 180 mm, tw = 6 mm, tf = 9.5 mm und r = 15 mm und fy,k = 235 N/mm², 6.00 m lang, mit gelenkigen, unverschieblichen Enden und drei Zwischenhalterungen um die schwache Achse, unter NEd = 640 kN. Die folgenden Resultate sind jene des Moduls für sein Berechnungsbeispiel, berechnet beim Erstellen dieser Seite.

Eingaben
EingabeWertRef.
Charakteristische Fliessgrenze fy,k235 N/mm²§ t.1
Elastizitätsmodul E210000 N/mm²§ 3.2.2.1
QuerschnittstypWalzprofil I oder H
Gesamthöhe h171 mm
Flanschbreite b180 mm
Stegdicke tw6 mm
Flanschdicke tf9.5 mm
Ausrundungsradius r15 mm
Länge des Stabes l6000 mm
KnicklängenAus den Randbedingungen und Zwischenabstützungen
Enden, Knicken um die starke Achse yUnverschieblich — beide Enden gelenkig
Zwischenabstützungen gegen Knicken um y ny0
Enden, Knicken um die schwache Achse zUnverschieblich — beide Enden gelenkig
Zwischenabstützungen gegen Knicken um z nz3
Neigung des Stabs gegenüber der Horizontalen α90 °
Bemessungswert der Druckkraft NEd640 kN
Widerstandsbeiwert γM11.05§ 4.1.3
QuerschnittswiderstandBerücksichtigt
Charakteristische Zugfestigkeit fu,k360 N/mm²§ t.1
Widerstandsbeiwert des Nettoquerschnitts γM21.25§ 4.1.3
Abminderung des QuerschnittsKeine — der Bruttoquerschnitt
StabkategorieHaupttragglieder — λK ≤ 200
Berechnung: Gemeinsame Werte
SchrittWertRef.
Charakteristische Fliessgrenzefy,k = 235 N/mm²§ t.1
Abminderungsbeiwertε = √(235/fy,k).ε = 1.0000
Elastische GrenzschlankheitλE = π√(E/fy,k).λE = 93.91
BruttoflächeAus den Abmessungen, Walzausrundungen inbegriffen.A = 4’525 mm²
Trägheitsmoment, starke AchseIy = 25’101’340 mm⁴
Trägheitsmoment, schwache AchseIz = 9’244’525 mm⁴
Trägheitsradieni = √(I/A).iy · iz = 74.5 · 45.2 mm
Plastische NormalkraftNpl = A·fy,k.Npl = 1’063.4 kN
Einseitig gestützter Flanschteilc = (b − tw)/2 − r. Grenzen 9.0 · 10.0 · 14.0 für die Klassen 1, 2, 3.c/tf = 7.58§ t.5b
StegUnter GLEICHMÄSSIGEM Druck ist der ganze Steg gedrückt; es gelten daher 33/38/42·ε und nicht die 72/83/124·ε wie bei Biegung, wo nur die Hälfte davon gedrückt ist. Grenzen 33.0 · 38.0 · 42.0 für die Klassen 1, 2, 3.c/tw = 20.33§ t.5a
QuerschnittsklasseUnter gleichmässigem Druck, die ungünstigste Wand.– = Klasse 1§ t.5a
Kurve um die starke AchseKurve b. Knicken um die STARKE Achse bringt die Flanschenden — die Druckeigenspannungen aufweisen — nahe an die Nulllinie, wo sie am wenigsten ausmachen; daher gilt die Kurve b. Knicken um die SCHWACHE Achse bringt sie in die Randfaser, wo sie am meisten ausmachen; daher gilt Kurve c. Es ist in beiden Fällen derselbe Querschnitt; was sich ändert, ist die Richtung, in die er ausweicht.αy = 0.34
Kurve um die schwache AchseKurve c.αz = 0.49
Berechnung: Gemeinsame Werte — Starke Achse (y–y)
SchrittWertRef.
Knicklängek·l mit k = 1.0 — Unverschieblich — beide Enden gelenkig.lK,y = 6’000 mm
SchlankheitλK = lK/i.λK,y = 80.6
Bezogene Schlankheitλ̄K = λK/λE.λ̄K,y = 0.8578
KnickbeiwertKurve b, berechnet statt aus dem Diagramm abgelesen.χK,y = 0.6882§ 4.5.1
Rechnerischer KnickwiderstandNK = χK·A·fy,k.NK,y = 731.8 kN§ 4.5.1
Bemessungswert des KnickwiderstandsNK/γM1.NK,Rd,y = 697.0 kN§ 4.5.1
Berechnung: Gemeinsame Werte — Schwache Achse (z–z)
SchrittWertRef.
Knicklängel/(nz + 1) = 6’000/4: Der Stab knickt zwischen seinen Halterungen.lK,z = 1’500 mm
SchlankheitλK = lK/i.λK,z = 33.2
Bezogene Schlankheitλ̄K = λK/λE.λ̄K,z = 0.3534
KnickbeiwertKurve c, berechnet statt aus dem Diagramm abgelesen.χK,z = 0.9217§ 4.5.1
Rechnerischer KnickwiderstandNK = χK·A·fy,k.NK,z = 980.2 kN§ 4.5.1
Bemessungswert des KnickwiderstandsNK/γM1.NK,Rd,z = 933.5 kN§ 4.5.1
Berechnung: Nachweis 1 — Knicken
SchrittWertRef.
Massgebende AchseDie Knicklängen sind verschieden; daher werden beide Achsen nachgewiesen, und der kleinere Widerstand ist massgebend.– = Starke Achse (y–y)
KnickenNEd ≤ NK/γM1η = 0.918 · erfüllt92 % des Tragwiderstands ausgenutzt§ 4.5.1
Berechnung: Nachweis 2 — Querschnittswiderstand
SchrittWertRef.
Bruttoquerschnitt, FliessenA·fy,k/γM1 = 1’012.8 kN§ 4.1.3
NettoflächeKeine Abminderung: die Bruttofläche.Anet = 4’525 mm²
Nettoquerschnitt, Bruch0,9·Anet·fu,k/γM2 = 1’172.9 kN§ 4.1.3
QuerschnittswiderstandNEd ≤ NRdη = 0.632 · erfüllt63 % des Tragwiderstands ausgenutzt
Berechnung: Nachweis 3 — Schlankheitsgrenze
SchrittWertRef.
GrenzschlankheitλK ≤ 200η = 0.403 · erfüllt40 % des Tragwiderstands ausgenutzt
Berechnung: Gemeinsame Werte — Zwischenabstützungen
SchrittWertRef.
Von jeder Zwischenabstützung aufzunehmende Kraft1 % der Normalkraft, FEd = 0,01·NEd, quer zum Stab in der von ihr gehaltenen Ebene — für jede der 3 Halterungen um z, und von diesen an eine Aussteifung weitergeleitet.FEd = 6.40 kN

Wie dieses Modul geprüft wird

Vor der Veröffentlichung Ziffer für Ziffer anhand der SIA 263:2013 sowie mit unabhängigen, in realen Projekten verwendeten Berechnungen geprüft.

Fragen

Warum gelten für die beiden Achsen unterschiedliche Knickspannungskurven?

Die Kurve richtet sich danach, wo die Eigenspannungen bezogen auf die Knickrichtung liegen. Beim Knicken um die starke Achse liegen die Flanschenden nahe der Nulllinie, beim Knicken um die schwache Achse in der Randfaser. Kurve c für beide Achsen liegt um die starke Achse auf der sicheren Seite; Kurve b für beide Achsen liegt um die schwache Achse nicht auf der sicheren Seite.

Warum ist im Berechnungsbeispiel die starke Achse massgebend?

Nur weil ihre Knicklänge die längere ist: Drei Halterungen verkürzen die Knicklänge um die schwache Achse auf 1’500 mm. Diese Halterungen müssen vorhanden und an einen Verband angeschlossen sein.

Kann ich die Berechnung ausdrucken?

Die vollständige Berechnung erscheint gratis und ohne Konto am Bildschirm. Ein druckfertiger A4-Berechnungsbericht ist im Basic-Abonnement enthalten.

Siehe auch

Norm: SIA 263:2013 · Seite aktualisiert: 27. Oktober 2026